Georg Thieme Verlag KG
Natürlich Medizin!

NährstoffeMagnesium: Essenziell für das Immunsystem

Magnesium, Nahrungsmittel
airborne77/stock.adobe.com

Magnesium als Katalysator des Immunsystems? Eine aktuelle Studie liefert Hinweise zur Bedeutung des Mineralstoffs für die T-Zellen.

Magnesiummangel hängt mit verschiedenen Erkrankungen wie Infektionen und Krebs zusammen. Aus früheren Studien ist bekannt, dass sich Krebsgeschwüre bei magnesiumarmer Ernährung schneller im Körper von Mäusen ausbreiten. Auch die Abwehrkräfte gegen Grippeviren waren beeinträchtigt. Wie genau der Mineralstoff das Immunsystem beeinflusst, war bisher wenig erforscht.

Forschende um Prof. Christoph Hess vom Departement Biomedizin der Universität und des Universitätsspitals Basel und dem Departement Medizin der Universität Cambridge haben entdeckt, dass T-Zellen entartete oder infizierte Zellen nur in magnesiumreicher Umgebung wirksam eliminieren können. Konkret spielt Magnesium eine Rolle für die Funktion eines Oberflächen-Proteins der T-Zellen namens LFA-1.

LFA-1 funktioniert als Andockstelle, die für die Aktivierung von T-Zellen wichtig ist:

"Im Ruhezustand ist diese Andockstelle jedoch quasi zugeklappt und kann daher infizierte oder entartete Zellen nicht effizient binden", erklärt Hess. "Hier kommt das Magnesium ins Spiel: Ist Magnesium in der Umgebung der T-Zellen in ausreichender Menge vorhanden, bindet es an LFA-1 und sorgt dafür, dass das Protein in offener Position verbleibt und somit aktiv sein kann."

Relevanz für Krebspatienten

Die Erkenntnis, dass Magnesium für die Funktion von T-Zellen essenziell ist, hat potenziell große Relevanz für moderne Immuntherapien gegen Krebs: Diese zielen darauf ab, das Immunsystem – insbesondere zytotoxische T-Zellen – gegen die Krebszellen zu mobilisieren.

Die Forschenden konnten in experimentellen Modellen zeigen, dass die Erhöhung der lokalen Magnesiumkonzentration in Tumoren die Immunantwort der T-Zellen gegen Krebszellen verstärkte.

"Um diese Beobachtung klinisch prüfen zu können, suchen wir nun Wege, die Konzentration von Magnesium in Tumoren gezielt zu steigern", so Hess. Dass solche Strategien erfolgversprechend sind, zeigen weitere Analysen des Forschungsteams: Anhand von Daten aus bereits abgeschlossenen Studien mit Krebsbetroffenen konnten die Forschenden nachweisen, dass Immuntherapien bei Patient*innen mit zu niedrigen Magnesiumspiegeln im Blut schlechter wirkten.

Ob eine regelmäßige Magnesiumeinnahme allgemein einen Einfluss auf das Krebsrisiko hat, lasse sich aufgrund der bisherigen Daten nicht beantworten. Im nächsten Schritt planen die Wissenschaftler, den klinischen Effekt von Magnesium als Katalysator des Immunsystems in klinischen Studien zu prüfen.

Quelle: Pressemitteilung/Universität Basel

Dass der Darm und das Darmmikrobiom nicht nur das Wohlbefinden beeinflussen, sondern auch zahlreiche Beschwerden und Erkrankungen, belegen immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen. Lesen Sie in unserem Themenschwerpunkt, welche bewährten Optionen die Komplementärmedizin bietet: