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Europäischer Hormontag10 Empfehlungen zur Hormongesundheit

Hormone bestimmen fast alle Aspekte unseres Lebens: u.a. Wachstum, Nahrungsverwertung, Stress, Gefühle, Sexualität, Krankheiten. 10 Tipps für die Hormongesundheit. 

3-D-Illustration eines Serotonin-Moleküls
Vladimir/stock.adobe.com

Hormone beeinflussen u.a. die Nahrungsverwertung, den Umgang mit Stress und die Gefühle.

„Because Hormones Matter“: Unter diesem Motto begehen Fachgesellschaften am 15. Mai 2023 einen Aktionstag, um die zentrale Rolle von Hormonen für Gesundheit und Wohlbefinden stärker ins Bewusstsein zu rücken mit 10 Tipps für eine gute Hormongesundheit. 

Wie sehr es „auf die Hormone ankommt“, wie vielfältig die hormonell gesteuerten Funktionen im Körper sind, ist den meisten Menschen nicht bewusst. „Hormone steuern Wachstum und Entwicklung, sie beeinflussen die Art und Weise, wie wir Nahrung verwerten und mit Stress umgehen, sie haben Einfluss auf Gefühle und Wohlbefinden, auf das Denken und nicht zuletzt auf Sexualität und Fruchtbarkeit. Kurz: Sie bestimmen alle Aspekte unseres Lebens“, sagt Prof. Stephan Petersenn von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. 

10 Empfehlungen den Hormonstatus günstig zu beeinflussen

Gesunder Lebensstil

1)  körperliche Aktivität

2) vollwertige, vitaminreiche Ernährung, die möglichst auf stark vorverarbeitete Nahrungsmittel verzichtet

3) regelmäßiger Schlaf: mindestens 7 Stunden und jede Nacht zu ähnlichen Zeiten 

Vermeiden von Hormonmangelzuständen

4) ausreichende Versorgung mit Vitamin D

5) ausreichende Versorgung mit Jod

6) ausreichende Versorgung mit Kalzium

Vermeiden von Umweltgiften aus dem Alltag

7) Plastikverpackungen vermeiden: stattdessen BPA-freie Materialien oder Glas-/Stahlbehälter verwenden

8) zu Hause regelmäßig Lüften, Wischen, Saugen: auch Hausstaub kann mit hormonaktiven Substanzen belastet sein

9) beim Kauf von Kosmetika auf Produkte mit Phthalaten, Parabenen oder Triclosan verzichten

Auf Warnzeichen achten

10) auf frühe Warnzeichen hormoneller Störungen achten: z.B. unerklärliche Gewichtsschwankungen, veränderter Appetit, Kälteempfindlichkeit, brüchige Haare/Nägel, trockene Haut, Erschöpfung, depressive Verstimmung, starker Durst, sehr frühe oder verspätet einsetzende Pubertät, Unfruchtbarkeit, Libidoverlus, unregelmäßiger Menstruationszyklus

Auch hinter Volkskrankheiten können Hormonstörungen stecken

Sind hormonelle Systeme gestört, können z.B. Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Osteoporose, massives Übergewicht, Unfruchtbarkeit bis hin zu Krebserkrankungen die Folge sein. Viele endokrine Erkrankungen lassen sich jedoch gut behandeln und durch gesunden Lebensstil vermeiden, so Petersenn.

Bereits vor einem Jahr hat die European Society of Endocrinology die sog. Milano Declaration veröffentlicht, in der sie die Gesundheitspolitik auffordern, zur hormonellen Gesundheit der Bevölkerung beizutragen. 
In diesem Jahr wenden sich die Veranstalter direkt an die Menschen. Sie ergänzen die Milano Declaration um 10 Empfehlungen, die jedem und jeder dabei helfen sollen, den eigenen Hormonstatus positiv zu beeinflussen.   

Nicht zuletzt raten die Experten dazu auf frühe Warnzeichen für hormonelle Störungen zu achten. Unerklärliche Gewichtsschwankungen, ein veränderter Appetit, Kälteempfindlichkeit, brüchige Haare und Nägel, trockene Haut, Erschöpfung, depressive Verstimmung oder starker Durst: Die Liste der Symptome, die auf eine hormonelle Erkrankung hindeuten können, ist lang. Auch eine sehr frühe oder verspätet einsetzende Pubertät zählen dazu, sowie bei Erwachsenen Unfruchtbarkeit, ein Verlust der Libido oder Unregelmäßigkeiten beim Menstruationszyklus.

„Wer eines oder mehrere dieser Symptome an sich beobachtet, sollte unbedingt ärztlichen Rat einholen“, sagt Petersenn. Oft reiche bereits ein Bluttest aus, um hormonelle Störungen zu erkennen oder auszuschließen – und im Bedarfsfall könne eine frühe und geeignete Therapie dazu beitragen, schwerwiegende Folgeschäden zu vermeiden.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie