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Chronischer SchmerzGideon Franck erhält Deutschen Schmerzpreis für sein Programm "Schritt ins Leben"

Der Psychotherapeut Gideon Franck ist selbst chronischer Schmerzpatient. Das von ihm entwickelte Programm "Schritt ins Leben" zielt darauf ab, Patienten zu Experten für ihr eigenes Leben und ihren Körper zu machen.

Frau mit Schmerzen im Beckenbereich
ocean_nikonos/stock.adobe.com

Trotz Schmerzen wieder ein aktives, sinnerfülltes Leben zu führen ist das Ziel des Programms "Schritt ins Leben".

Um sein Engagement für chronische Schmerzpatient*innen zu würdigen, verleihen die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) und die Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL) den diesjährigen Deutschen Schmerzpreis an Gideon Franck, Fulda. Franck, der selbst chronischer Schmerzpatient ist, entwickelte das Programms „Schritt ins Leben“, das darauf abzielt, Patient*innen zu Expert*innen für ihr eigenes Leben und ihren Körper zu machen.

Schmerzverstärkende Verhaltensmuster erkennen und verlassen

Mit seinem Programm "Schritt ins Leben" will Gideon Franck Patient*innen anleiten, gewohnte, schmerzverstärkende Verhaltensmuster zu erkennen, zu verlassen und ein „wertgeschätztes Leben“ zu führen.

„Auf diese Weise steigt die Lebensqualität der Teilnehmer bei gleichzeitiger Reduktion der medizinischen Behandlung und auch wenn diese nicht greift“, so der Psychotherapeut Gideon Franck.

"Schritt ins Leben" basiert auf der u.a. von Franck in Deutschland etablierten „Akzeptanz und Commitment Therapie (ACT)“. Die Treffen der Programm-Teilnehmer werden von selbst betroffenen, sorgfältig ausgebildeten und regelmäßig supervidierten Peers geleitet.

Schritt ins Leben hilft bei therapieschwierigen Schmerzen

Das Programm ist als Peer-Programm angelegt, d.h. ausgebildete Schmerzpatient*innen sind für andere Schmerzpatient*innen da. Ziele sind u.a., wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu bekommen und aktiv am Leben teilzunehmen. Es geht um den Aufbau von Lebensqualität und nicht um Heilung von Krankheit.

„Dank Gideon Franck hat der Stellenwert des ehrenamtlichen, selbsthilfebasierenden Engagements von Betroffenen für und mit Betroffenen eine neue Facette erhalten“, so DGS-Präsident Dr. Johannes Horlemann. „Viele Menschen mit sogenannten therapieschwierigen Schmerzen haben mit dem Programm ‘Schritt ins Leben‘ eine Perspektive, wenn Schul- und Komplementärmedizin längst an ihre Grenzen gestoßen sind“, ergänzt DSL-Präsident PD Dr. Michael A. Überall. Für sein Engagement erhält Franck den Deutschen Schmerzpreis 2022, der ihm am 26. März auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag von DGS und DSL verliehen wurde.

Gideon Franck arbeitet als psychologischer Psychotherapeut mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie, Traumatherapie und spezieller Schmerzpsychotherapie in eigener Praxis in Petersberg. Er leidet selbst an chronischen Schmerzen und gehört seit Jahrzehnten zu dem kleinen Kreis der Schmerzexperten mit einem besonderen Zugang zu Betroffenen und Angehörigen. Mit seinem beruflichen Engagement ist Franck Ansprechpartner und therapeutische Hilfe für Patient*innen mit chronischen Schmerzen und traumatischen Störungen. Darüber hinaus berät er Betroffenen- und Selbsthilfeorganisationen.

Der Deutsche Schmerzpreis – Deutscher Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerzmedizin wird seit 1986 jedes Jahr an Persönlichkeiten vergeben, die sich durch wissenschaftliche Arbeiten über Diagnostik und Therapie akuter und chronischer Schmerzzustände verdient gemacht oder die durch ihre Arbeit oder ihr öffentliches Wirken entscheidend zum Verständnis des Problemkreises Schmerz und der davon betroffenen Patienten beigetragen haben. Wissenschaftlicher Träger des Preises ist die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. Der Preis wird gemeinsam mit der Deutschen Schmerzliga e.V. verliehen.

Quelle: Pressemitteilung/Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin/www.schritt-ins-leben.de