Georg Thieme Verlag KG
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HeilpflanzenKiefer, Fichte, Eukalyptus: Bäume als Aromatika

Kiefer, Kiefernzweig, Kiefernzapfen, Kiefernnadeln
Quelle: K. Oborny/Thieme

von Johannes Gottfried Mayer  (†)  und Tobias Niedenthal

Inhalt

Wald-Kiefer (Pinus sylvestris) und Gemeine Fichte (Picea abies)

Eukalyptus (Eucalyptus globulus)

Literatur

 

Wald-Kiefer (Pinus sylvestris) und Gemeine Fichte (Picea abies)

Antike

Nadelhölzer wurden bereits in der Antike medizinisch verwendet. Allerdings werden die Koniferen in den einschlägigen Werken bis weit in die Neuzeit hinein nicht genau unterschieden. So beschreibt Pedanios Dioskurides in seiner ‚Materia medica‘ (3. Viertel des 1. Jahrhunderts n. Chr.), die in der Arzneimittelkunde als das wichtigste Werk der Antike gilt, im 1. Buch in den Kapiteln 86–88 die Anwendung von verschiedenen Pinus-Arten (Kap. 86) und deren Zapfen (87, 88). Welche Arten genau gemeint sind, lässt sich kaum näher bestimmen, zumal hier keine Beschreibungen erfolgen (sie seien bekannt). Er nennt aber konkret Pinie (wohl Pinus pinea), Fichte (Picea abies) und Kiefer (Pinus pinaster syn. Pinus maritima oder P. nigra syn. P. laricio = Schwarzkiefer).

Die Blätter („Nadeln“) dieser Bäume sollen als Auflage Entzündungen verhindern oder lindern sowie in Breiform mit Essig als Mundspülung genommen Zahnschmerzen besänftigen. Die Zapfen (Kap. 88) sollen bei chronischem Husten und Schwindsucht helfen, wenn man sie frisch geerntet als Ganzes zerquetscht und in süßem Wein als Trank reicht [2].

Der bedeutendste Arzt der Antike, Galen von Pergamon (129/131–205/215), meint in seiner Arzneimittellehre (‚Peri amplon pharmacon‘), dass die Samen dieser Bäume die Kraft hätten, „Eiter“ aus der Brust herauszuziehen, sodass er leicht ausgespuckt werden kann. Heute würde dies wohl als eine sekretlösende Wirkung interpretiert werden.

Diese Texte der beiden griechischen Ärzte beeinflussten maßgeblich die Medizin der arabischsprachigen Welt. Sie werden auch vollständig in einer Arzneimittellehre zitiert, die 1290 unter dem Titel ‚Liber aggregatus in medicinis simplicibus‘ durch Simon von Genau ins Lateinische übersetzt und häufig in Europa kopiert wurde. Dort finden sich die entsprechenden Aussagen im 58. Kapitel [34].

Mittelalter und frühe Neuzeit

Für die Arzneimittellehre des Mittelalters war das ‚Circa instans‘ von zentraler Bedeutung, das im 2. Viertel des 12. Jahrhunderts in Salerno von Matthäus Platearius verfasst worden ist. Hier findet sich ein Kapitel zu den „Pinienzapfen“ („Pineae“, Kap. 178), wobei nicht geklärt werden kann, welche Arten genau gemeint sind. Dort heißt es u. a.: „Er ist die beste Speise für Kranke, die an den Atmungsorganen leiden und an einem Apostem (Eiterknoten), das von kaltem Körpersaft kommt, für Asthmakranke und Hustende aus trockener Ursache, Schwindsüchtige und Ausgezehrte …“ [10].

Hildegard von Bingen (1098–1179), die sich in ihrer ‚Physica‘ sehr umfassend mit den Bäumen befasst, empfiehlt im 33. Kapitel des 3. Buches unter den Namen „Fornha“ oder „Picea“, was Kiefer oder auch Föhre bedeutet, lediglich den Saft aus den Ästen der Bäume für Salben gegen Augenleiden [31].

Der ‚Gart der Gesundheit‘, das erste große, durchgehend illustrierte Kräuterbuch des Buchdruckes (Mainz 1485 bei Peter Schöffer), liefert ein kürzeres Kapitel (Kap. 322) zu den Früchten (Samen). Sie gelten als Stärkungsmittel und Aphrodisiakum. Als konkrete Indikationen werden Asthma und blutiger Stuhlgang aufgeführt. Das Werk wurde von den Frankfurter Stadtärzten Eucharius Rößlin dem Jüngeren und Adam Lonitzer erweitert und überarbeitet (Erstdruck 1557, letzter Druck 1783).

Lonitzer behandelt in Kap. 43 unter dem Titel „Fichtenbaum / Pinus“ explizit Fichte, Föhre und Pinie, wobei wiederum vor allem der Same, hier auch „Nüßlin“ genannt, verwendet wird. Dabei wird erneut chronischer, beständiger Husten, der eine Schwindsucht befürchten lässt, als erste Indikation angeführt. Allerdings gibt es auch Anwendungen der Blätter, und zwar für Lebererkrankungen sowie als Pulver gegen den Wolf und offene Geschwüre. Zerstoßen und äußerlich aufgelegt sollen sie gegen alle Arten von Entzündungen sehr wirksam sein. Mit Essig als warme Mundspülung genutzt, sollen sie Zahnschmerzen stillen [22].

Auch Hieronymus Bock (1498–1554), einer der „Väter der Botanik“, behandelt die Koniferen-Arten wie Tanne, Lärche, Fichte und Kiefer zusammen. Bock nennt in seinem Kräuterbuch (ab 1534) vor allem das Terpentin der Bäume bei Schwindsucht, chronischem Husten, Blutspeien sowie als Magen- und Purgiermittel [4]. Leonhart Fuchs hat diese Bäume nicht berücksichtigt.

Eindeutig von Fichtenblättern spricht Johann Schröder in seiner „Medicin-Chymischen Apotheke“, dem wichtigsten Arzneibuch des 17. Jahrhunderts. Im Kapitel „Pineus und Pinea“ schreibt er, dass die Rinde und die Blätter der Fichte die gleichen Wirkungen haben wie die der Pinie. Er nennt aber nur eine aphrodisierende und die Fertilität steigernde Wirkung [33].

Auch in ‚Köhler’s Medizinal-Pflanzen‘ von 1887 werden Fichte, Rot-, Schwarz- und Pechtanne in einem Kapitel zusammengefasst (S. 47–48). Bei den Anwendungen der Fichtensprossen wird zudem auf das vorhergehende Kapitel zu den Kiefern (Pinus silvestris) verwiesen. Dort (S. 46) heißt es: „Die Kiefern- und Fichtensprossen werden hauptsächlich zur Bereitung der Tinct. Pini composita, in seltenen Fällen wohl auch im Aufguss als harnabsonderndes und blutreinigendes Mittel, ebenso auch zur Inhalation bei Lungenkrankheiten verwendet. Das Harz dient zur Bereitung von Pflastern, Salben und zum Räuchern bei chronischen Lungenkatarrhen.“ [18] 

20. Jahrhundert: Der Badezusatz taucht auf

Gerhard Madaus gibt in seinem ‚Lehrbuch der biologischen Heilmittel‘ von 1938 zahlreiche Anwendungen für die Fichtensprossen an: „Husten, Katarrhe der Luftröhre, Lungenverschleimung, Rachitis, Gicht, Rheumatismus, Wassersucht, Magenkrämpfe, Blähungen, Verdauungsschwäche, Skorbut, Skrofeln, Würmer, Flechten, chronische Hautleiden“ (S. 2123). Damit wird die Anzahl der historischen Indikationen für die Koniferen übertroffen. Für die Kiefer und das Terpentinöl nennt Madaus Gicht, Rheumatismus, Rachitis, Skrofulose, Skorbut (Kauen des Harzes) und verschiedene Hautkrankheiten als Anwendungsgebiete (S. 2140) [25].

Die 4. Auflage von ‚Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis‘ nennt für Fichtennadeln nur Anwendungen aus der „Volksmedizin“, was sicherlich durch die allgemeine Situation bei den Zulassungen in den 1970er-Jahren bedingt ist. Es wird im Grunde Madaus zitiert: „Husten, Katarrhe der Luftröhre, Lungenverschleimung, Rachitis, Gicht, Rheuma, Skorbut u. a. “. Wassersucht, Magenkrämpfe, Blähungen und Verdauungsschwäche sowie Skrofeln, Würmer, Flechten und chronische Hautleiden werden nicht explizit genannt; dafür folgt der Hinweis auf Badeextrakte bei nervösen Zuständen und Nierenleiden [11].

In der 5. Auflage des Handbuchs 1994 heißt es, dass dem Fichtennadelöl (S. 123) und dem Kiefernöl (S. 184) eine sekretolytische, hyperämisierende, schwach antiseptische, bronchospasmolytische, expektorationsfördernde und hautreizende Wirkung zugeschrieben wird. Für die äußere und innere Anwendung werden katarrhalische Erkrankungen der oberen und unteren Luftwege, für die äußere Anwendung rheumatische und neuralgische Beschwerden aufgeführt. Die Anwendung in Bädern werde zur unterstützenden Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen der Luftwege und bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises im nicht akuten Stadium genutzt. Für die Kiefer (Pinus sylvestris) werden keine konkreten medizinischen Anwendungen angegeben (S. 690–691) [3].

HPMC, ESCOP, Kommission E

Zu Fichte und Kiefer gibt es bislang keine Monografien seitens HMPC oder ESCOP.

Die Kommission E hat Mitte der 80er-Jahre frische Fichtenspitzen (Piceae turiones recentes) und Kiefernsprossen (Pini turiones) sowie das jeweilige ätherische Öl (Piceae aetheroleum bzw. Pini aetheroleum) bearbeitet und diese zum Großteil 1990 aktualisiert. Ebenso gibt es Bewertungen zu Koniferenölbädern alleine oder in Kombination seitens der Kommission B8 (Medizinische Bäder) [28].

Fichte: Für Fichtenspitzen und Fichtennadelöl sind die Indikationen hierbei identisch. Befürwortet wird:

  • eine innerliche und äußerliche Anwendung bei Erkältungskrankheiten der Luftwege,
  • äußerlich zur Behandlung rheumatischer Beschwerden (Wärmetherapie) sowie
  • bei Nervenschmerzen.

Kiefer: Sprossen und Nadelöl der Kiefer können eingesetzt werden

  • bei katharralischen Erkrankungen der oberen und unteren Luftwege innerlich und äußerlich.

Die Anwendungsempfehlung für die rein äußerliche Verwendung weicht leicht ab:

  • Für Kiefernsprossen wird der Einsatz bei leichten Muskel- und Nervenschmerzen befürwortet,
  • für Nadelöl die Behandlung rheumatischer Beschwerden (Wärmetherapie) und Nervenschmerzen [32].

Für Fichtenspitzen und Kiefernsprossen gibt es keine amtlichen Qualitätsbeschreibungen, die Qualität des Fichtennadelöls ist im Deutschen Arzneibuch (DAB) festgelegt, die des Kiefernnadelöls im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) [23].

2012 wurde eine Studie publiziert, in der eine bemerkenswerte Wirkung eines Fichtenextraktes (8,6 mg/kg für 28 Tage, per os) bei Ratten mit induzierten Plaques-Ablagerungen beobachtet wurde, die auch bei Alzheimer-Demenz vorkommen [9].

Eukalyptus (Eucalyptus globulus)

Die Eukalyptusbäume gehören zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceen), die mit über 600 Arten in Australien und Indonesien heimisch ist. Es sind schnell wachsende Bäume, die bis nahezu 100  Meter hoch werden können und einen Stammumfang von bis zu 20  Metern erreichen. Medizinisch wird vor allem der Blaue Eukalyptus (Eukalyptus globulus Labill.) genutzt, der nur 30–35  Meter hoch wird. Er erreicht aber in den ersten 10 Jahren bereits an die 25  Meter. Sein Hauptverbreitungsgebiet ist Südost-Australien.

Traditionelle Anwendung in Australien

Verschiedene Eukalyptus-Arten wurden bereits von den Ureinwohnern Australiens vielfältig genutzt, die medizinische Verwendung von Rinde, Harz und Blättern ist für mehr als ein Dutzend Arten dokumentiert [6].

Die Yaegl im nördlichen New South Wales nutzten die Blätter bei Bronchitis und Husten sowie allgemein bei Erkältungen, die Rinde auch als Gerbstoffdroge bei Geschwüren und Krätze [27]. Im Westen Australiens wurde das Harz verschiedener Arten bei Zahnschmerzen, Bronchitis und Herzbeschwerden verwendet [30]. Auch bei Durchfall (Diarrhö) wurde Eukalyptus eingesetzt [38]. Ein Lager aus Blättern von E. globulus wurde bei rheumatisch bedingten Rückenschmerzen angewendet. Für eine stärkere Wirkung wurden die Blätter auch auf heiße Kohlen gelegt. Kopfschmerzen wurden mit dem Dampf erhitzter Blätter behandelt, Teeabkochungen kamen bei Erkältungskrankheiten zum Einsatz. Ein Mittel namens „mindi-warrum-bing“ enthielt neben Eukalyptusblättern auch Honig und wurde bei Erkältungen und Ruhr angewendet [24].

Anwendung in Europa

Der erste Europäer, der Eucalyptus globulus entdeckte und beschrieb, war der französische Biologe Jacques Julien Houtou de Labillardière (1755–1834) im Jahr 1792 auf Tasmanien [26][35]. Labillardières Reisebericht erschien im Jahr VIII der Republik (1799 / 1800) und wurde bis 1802 auch in englischer und deutscher Sprache veröffentlicht. Den Namen wählte er aufgrund der Ähnlichkeit der Samenhülsen zu Rockknöpfen [20]. Die Abbildungen der Pflanzen übernahm der belgische Maler Pierre-Joseph Redouté, der heute vor allem für seine Bücher zu Lilien und Rosen weltberühmt ist [19]. Labillardière war es auch, der 1818 erstmals ätherische Öle nach modernen Gesichtspunkten analysierte und die Zusammensetzung des Terpentinöles annähernd richtig ermittelte [21][36].

In Frankreich (Grimbert) und in England kam man im 19. Jahrhundert darauf, dass mithilfe von Eukalyptus sumpfige Gegenden trockengelegt werden können. Den ätherischen Ausdünstungen des Baumes schrieb man zudem eine desinfizierende Wirkung auf die „tropische Fieberluft“ zu (vgl. Madaus S. 1304). Die Wirkung gegen Malaria kommt aber wohl dadurch zustande, dass die Eukalyptusbäume durch ihr rasches Wachstum viel Wasser verbrauchen und damit den Wasserspiegel senken, sodass den Mücken die Brutplätze entzogen wurden. Eine erste erfolgreiche Trockenlegung von Sumpfgebieten gelang den Engländern in der Kapkolonie (Südafrika). Dennoch galt Eukalyptus zunächst als ein Malaria-Mittel.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts fand Eukalyptusöl als Arzneimittel weitere Beachtung. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Eukalyptusöl in Australien industriell destilliert [7], [8]. Bentley und Trimen geben als Indikationen Erkrankungen der Luftwege wie Bronchitis, Asthma und Keuchhusten an [1].

In seinem ‚Lehrbuch der biologischen Heilmittel’ von 1938 [25] schreibt Gerhard Madaus zum damals aktuellen Stand: „Eucalyptus globulus ist eines der besten Mittel zum Kupieren [gemeint ist „behandeln“] von Grippe und anderen Erkältungskrankheiten.“ Ebenso werden Einreibungen bei „rheumatischen Affektionen“, gerade auch als Folge von Grippe eingesetzt. Konkret führt Madaus die Wirkung als „gutes Expektorans“ bei Bronchitis, Lungenkatarrh, Tussis, Pertussis, Laryngitis, Rhinitis, bei Stirnkopfschmerz und Asthma an (S. 1306). Auch von Erfahrungen bei Nieren- und Blasenleiden sowie Diabetes mellitus, Gastropathien, Leber- und Galleleiden, aber auch Geschwüren, Zahnfleischblutungen und -schmerzen wird berichtet (S. 1307).

Dagegen heißt es in der 4. Auflage von ‚Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis‘ 1973, dass Eukalyptusblätter nur noch selten bei Bronchitis und Asthma, zur Herstellung von Mundwässern und bei Magen- und Darmkatarrh sowie Blasenleiden eingesetzt werden [11].

In der 5. Auflage werden als Anwendungsgebiete für das Eukalyptusöl – entsprechend der Empfehlung der Kommission E – die innere und äußere Anwendung bei Erkältungskrankheiten der Luftwege und die äußere Anwendung bei rheumatischen Beschwerden genannt [3], [5].

HPMC-Monografie

Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat 2013 eine Monografie zu den Blättern von E. globulus veröffentlicht [14], 2014 folgte eine Monografie des ätherischen Öls aus E. globulus, E. polybractea und E. smithii [15]. Für Blätter wie Öl wird die Anwendung bei erkältungsbedingtem Husten befürwortet, für das Öl auch die äußerliche Verwendung bei Muskelschmerzen.

Eukalyptusblätter enthalten Gerbstoffe, Procyanidine, Triterpenoide, Flavonoide, Derivate von Phloroglucin wie Euglobale und Macrocarpale sowie zwischen 1,5 und 3,5 % ätherisches Öl, wovon 1,8-Cineol mit mindestens 70 und bis zu 95 % den Hauptteil ausmacht. Weitere Komponenten des Öls sind Monoterpene wie α-Pinen und p-Cymen. Das Öl wirkt sekretomotorisch, expektorierend, schwach spasmolytisch und lokal schwach hyperämisierend sowie experimentell nachgewiesen auch antiphlogistisch und antibakteriell [32].

Im Laborversuch konnten sowohl gramnegative als auch grampositive Bakterien gehemmt und abgetötet werden. Die stärkste Wirkung zeigte sich bei Shigella flexneri, Klebsiella pneumoniae sowie Listeria monocytogenes, Staphylococcus epidermidis, S. saprophyticus und S. xylosus [13]. Daneben wurde experimentell auch die antivirale Wirkung untersucht, insb. gegen Herpes simplex (HSV-1) [15] und gegen Influenza A H11N9 [16][37]. Die entzündungshemmende Wirkung von isoliertem 1,8-Cineol wurde klinisch bei Patienten mit Asthma bronchiale gezeigt [17][39]. 1,8-Cineol kann zudem die transdermale Aufnahme anderer Arzneimittel begünstigen [29].

Das Öl kann (als Inhalation und systemisch über den Blutkreislauf) in die kleinsten Verzweigungen von Nasennebenhöhlen und Bronchien vordringen und dort seine Wirkungen entfalten. Deshalb wird das Eukalyptusöl bei Erkältungskrankheiten der Atemwege empfohlen. Es wird sowohl innerlich als auch äußerlich in Form von Salben oder Inhalationen angewendet, darf jedoch nicht bei entzündlichen Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich und in den Gallenwegen sowie bei schweren Lebererkrankungen eingenommen werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollten Zubereitungen mit Eukalyptusöl nicht im Bereich des Gesichts aufgetragen werden [23].

Monografie der Kommission E

Für die fixe Kombination aus Eukalyptusöl und Kiefernnadelöl besteht eine Monografie der Kommission E aus dem Jahr 1993. Befürwortet wird die Inhalation und äußerliche Anwendung bei Katarrhen der Luftwege [32]. Die äußerliche (kutane) Applikation bildet hierbei eine Mischform aus Inhalation und systemischer Aufnahme. Neben inhalativer Zufuhr wird ein Teil der Öle auch durch die Haut resorbiert, wobei Resorptionsquote und -geschwindigkeit stark stoffabhängig sind [12].

Literatur

Die Literaturliste finden Sie hier.

Johannes Gottfried Mayer (†) war Gründer der Forschergruppe Klostermedizin, Würzburg. 

Tobias Niedenthal ist Mitglied der Forschergruppe Klostermedizin.

www.klostermedizin.de

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