Georg Thieme Verlag KG
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FallberichtDurch Zug tonisieren

Hand mit rotem Tape.
Bianca Peters

Tape-Anlagetechnik in der Behandlung von Laura P.: Das Tape wird mit maximalem Zug über Lu7 bis Lu9 appliziert, da es sich um ein tonisierendes Anlegen handelt.

In Heilpraxen sieht man sie immer häufiger: TAPES. Im vorliegenden Fall linderten sie kombiniert mit Akupunkturtechniken eine langwierige chronische Rhinitis.

Körperstatik fällt ins Auge

Verdauungstrakt mitbetroffen

Anamnese und …

… Palpation bringen Klarheit

Stuhluntersuchung für weitere Erkenntnisse

Die Behandlung von Laura P.

Seit ihrem 14. Lebensjahr litt Laura P. (Name von der Redaktion geändert) an Heuschnupfen. Als die 28-Jährige in meiner Praxis anrief, schilderte sie außerdem, dass ihr die immer stärker werdende chronische Rhinitis stark zu schaffen mache. Bei der chronischen Rhinitis handelt es sich um eine langanhaltende Entzündung der Nasenschleimhaut. Diese geht mit einer vermehrten Absonderung von Nasensekret und meist auch mit einer Verengung der Nasenöffnung einher [1].
Wir vereinbarten einen Termin.

Körperstatik fällt ins Auge

Als Laura P. das erste Mal meine Praxis betrat, fiel unmittelbar auf, dass sich ihre Schultern in einer Protraktion befanden, also nach vorne verschoben waren. Vor allem der Musculus pectoralis minor und major (kleiner und großer Brustmuskel) waren augenscheinlich verkürzt. Beide Muskeln zählen zu den sogenannten Atemhilfsmuskeln. Häufig treten solche Muskelverkürzungen auf, wenn Patienten an chronischen Erkrankungen des Respirationstraktes leiden. Eine mögliche Ursache erklärt die TCM: In diesem Bereich sind wichtige Akupunkturpunkte der Lungenleitbahn. Außerdem neigen Muskeln bei chronischen Erkrankungen im Respirationstrakt insgesamt zu Sauerstoffunterversorgung und deshalb zu Verkürzungen. Vermutlich war bei Laura P. die chronische Rhinitis ursächlich.

Zudem zeigte sich eine Dysbalance zwischen rechter und linker Körperseite: Ihre rechte Schulter war leicht abgesenkt und ihr Becken in der Frontalebene gekippt. Dadurch schien die rechte Beckenschaufel nach kranial fixiert. Das Becken war hier also wie nach oben gekippt und weniger beweglich.

Verdauungstrakt mitbetroffen

Im oberen und unteren rechten Abdomen befinden sich die Leber, Gallenblase, ein Teil des Dünndarms und der aufsteigende Dickdarm. Auf einer gedachten Linie zwischen Bauchnabel und rechter Beckenschaufel liegt im letzten Drittel die Ileozäkalklappe (auch Bauhinklappe genannt). Sie kennzeichnet den Übergang zwischen Dünn- und Dickdarm. Eine verschobene Körperhaltung kann somit einen Rückschluss auf mögliche chronische Erkrankungen des Dünn- beziehungsweise Dickdarms, der Leber und Gallenblase, aber auch der Ileozäkalklappe geben. Letztere kann sich beim Palpieren hart anfühlen, meist weil sie hyperton ist. Dies wiederum kann auf Erkrankungen des Dünnund Dickdarms wie ein Overgrowth-Syndrom (Dünndarmfehlbesiedelung) oder eine Dysbiose des Darmmikrobioms durch Antibiotikaeinnahme hinweisen. Bei einem veränderten Darmmikrobiom – zum Beispiel durch Antibiotika – können sich sogenannte Fäulniskeime wie einige Clostridiumspezies überproportional ansiedeln. Dadurch werden vermehrt Gase frei, die Druck auf die Klappe erzeugen. Deshalb kommt es dann häufig zu einer hypertonen Klappe, da diese versucht, ihre Funktion aufrechtzuerhalten.

Anamnese und …

Bei der Anamnese stellte sich heraus, dass Laura P. neben der chronischen Rhinitis auch an einer diagnostizierten Laktoseund Fruktoseintoleranz litt. Ihre Ernährung war zum Anamnesezeitpunkt insgesamt von tierischen Fetten wie Milchprodukten und Fleisch geprägt. Diese tierischen Fette führten häufig zu anhaltenden Verdauungsproblemen. Zudem verspürte Laura P. manchmal einen dumpfen Schmerz im unteren rechten Abdomen. Weiterhin berichtete sie, dass sie seit einigen Jahren eine wiederkehrende rechtsseitige Epicondylitis humeri radialis (Tennisellenbogen) habe.

… Palpation bringen Klarheit

Während der Palpation lag Laura P. mit dem Rücken auf der Liege, die Beine auf einer Knierolle, um die Bauchmuskulatur zu entspannen. Zunächst tastete ich den M. pectoralis minor und major entlang des Muskelverlaufs. Diese waren stark verhärtet und verkürzt.

Zusätzlich testete ich die Akupunkturpunkte Lu1 (Mu- Alarmpunkt der Lunge) und Di11 (Erdepunkt der Dickdarmleitbahn) beider Körperseiten vorsichtig auf Druckdolenz. Hierbei zeigte die Patientin eine Abwehr- und Schmerzreaktion. Den Punkt Lu1 nutzt man häufig, um akute, aber auch chronische Prozesse des Respirationstraktes ausfindig zu machen. Ist der Punkt Di11 druckdolent, weist das auf mögliche Erkrankungen des Verdauungssystems hin, vor allem des Dickdarms.

Zusätzlich palpierte ich den Dünndarm um den Nabelbereich, den aufsteigenden, querverlaufenden und absteigenden Dickdarm sowie die Ileozäkalklappe. Danach bat ich Laura P., tief einzuatmen, um während der Einatmung einen kontrollierten Druckimpuls mit meinen Fingern auf die Leber und Gallenblasenregion unterhalb des rechten Rippenbogens zu geben. Der aufsteigende Dickdarm tastete sich fest, prall und gebläht, die Ileozäkalklappe hyperton, und der Bereich der Leber und Gallenblase war ebenfalls fest. Auch hier reagierte die Patientin mit Druckschmerz und Abwehrspannung. Das ließ einen Rückschluss auf deutliche Verdauungsstörungen im Bereich des Darms, aber auch der Leber und Gallenblase zu.

Merke: Bei Patienten, die über Blinddarmbeschwerden klagen, handelt es sich meist um eine hypertone Ileozäkalklappe.

Kurz gefasst

  1. Chronische Rhinitis kann unabhängig von Symptomen der Nasenschleimhaut zum Beispiel Verkürzungen der Brustmuskeln verursachen, so auch im vorliegenden Fall.

  2. Man kann Tapes bei akuten und chronischen Erkrankungen einsetzen. Klebeort, Zugstärke und Farbe der Tapes sind für die Wirkung ausschlaggebend.

  3. Tapes können auch in Kombination mit anderen Therapieverfahren angewendet werden. Akupunkturtechniken haben sich als zusätzliche Behandlung als hilfreich erwiesen.

Stuhluntersuchung für weitere Erkenntnisse

Zusätzlich veranlasste ich eine Stuhluntersuchung, um den Zustand des Darmmikrobioms zu ermitteln. Der Stuhlbefund ergab, dass der Stuhl-pH-Wert mit 6,9 zu basisch war (Referenzbereich: 5,5–6,5). Vor allem Clostridiumspezies waren überproportional vorhanden, es lag insgesamt eine sogenannte Fäulnisflora vor. Die gesundheitsförderliche Säuerungsflora war verringert: Bifidobacterium-, Lactobacillus- und Enterococcus- Spezies waren stark reduziert. Es gab keinen gesundheitsrelevanten Pilzbefall. Laut Stuhlergebnissen litt Laura P. nicht unter Malabsorption, jedoch an einer Maldigestion in Form einer leichten exokrinen Pankreasinsuffizienz.

Grundlagen

Taping – die Grundlagen

Elastische Tapes sind in Längsrichtung sehr dehnbar. Dadurch kann der Behandelnde während einer Therapie entscheiden, ob er das Tape zum Beispiel ohne Zug, mit 50 % Zug oder mit maximalem Zug auf die Haut klebt. Das Tape besteht aus Baumwollfasern und wellenförmig aufgetragenem Acrylkleber. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Klebetechniken: die Muskel- und die Ligamenttechnik. Erstere wird ohne Zug, letztere mit Zug auf die Haut aufgebracht. Tapes können erfahrungsgemäß etwa sieben Tage auf der Haut verbleiben. Bei Kindern sollte man die Applikationszeit halbieren.

Viele Möglichkeiten mit zwei Grundregeln

Tapes können an Akupunkturpunkten und Leitbahnen sowie an Organen, Dermatomen und Headzonen ihre Wirkung entfalten. Dabei sollte man zwei grundsätzliche Regeln beachten:

  1. Beim Tapen von Akupunkturpunkten und Leitbahnen klebt man das Tape mit Zug in Richtung der Leitbahn, um zu tonisieren, und ohne Zug entgegen der Leitbahn, um zu sedieren.

  2. Beim Tapen von Organen, aber auch Dermatomen beziehungsweise Headzonen, tapet man zur Tonisierung mit Zug, zur Sedierung ohne Zug.

Farben und ihre Auswirkung

In der Praxis kommen meist Tapes in zwei Farben zum Einsatz: blau und rot. Der Farbe Blau schreibt man die Eigenschaften kühlend, entspannend und lymphabflussfördernd zu, der Farbe Rot wärmend und aktivierend. Blaue Tapes kommen zudem häufiger bei akuten Erkrankungen zum Einsatz, rote Tapes bei chronischen.

Hintergrundwissen

Lunge, Dickdarm und chronische Erkrankungen in der Akupunktur

In der Akupunktur zählen die Lungen- und Dickdarmleitbahnen zum sogenannten ersten Umlauf und werden dem Element Metall zugeordnet [2]. Bei Lungenerkrankungen nadelt man deshalb häufig sowohl Lungen- als auch Dickdarm-Akupunkturpunkte und umgekehrt. Beide Organe stehen in enger Symbiose zueinander. Bei Laura P. spiegelten sich diese Erfahrungen wider.

Durch den Verlauf der Leitbahnen und den dazugehörigen Akupunkturpunkten weisen außerdem chronische Erkrankungen wie radialseitige Handgelenksschmerzen, Schmerzen in der Ellenbeuge und ventrale Schulterschmerzen auf Erkrankungen der Lunge hin, zum Beispiel auf chronische Bronchitis, allergisches Asthma oder COPD. Eine Rhizarthrose, Epicondylitis humeri radialis oder laterale Schulterschmerzen sind eher ein Hinweis auf Erkrankungen des Dickdarms wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder chronische Verstopfung.

Die Behandlung von Laura P.

Für die Behandlung der verschiedenen Symptome setzte ich elastische Tapes, Dauernadeln (siehe Abbildung 2) und auf kleine Pflaster geklebte Samenkörner (siehe Abbildung 3) ein, um Akupunkturpunkte zu stimulieren. Bei der Therapie mit Tapes lassen sich weitere Behandlungsmethoden sehr gut in das Gesamtkonzept integrieren. Akupunkturpraktiken haben sich hierbei in der Praxis bewährt.

Ich wählte die Akupunkturpunkte der Funktionskreise beziehungsweise der Organe Lunge und Dickdarm (siehe Kasten „Lunge, Dickdarm und chronische Erkrankungen in der Akupunktur“), die sich bei chronischen Erkrankungen des Respirationstraktes bewährt haben:

  1. Lu1: Mu-Alarmpunkt der Lungenleitbahn, liegt 6 cun (20 cm) lateral der Mittellinie.

  2. Lu8: Metallpunkt der Lungenleitbahn, liegt 1 cun (3,3 cm) proximal von Lu9.

  3. Lu9: Erdepunkt der Lungenleitbahn, liegt zwischen Arteria radialis und der Sehne des Musculus abductor pollicis longus am Handgelenk.

  4. Di1: Metallpunkt der Dickdarmleitbahn, liegt auf dem Verbindungspunkt zwischen radialer Nagelfalz und Nagelbasis des Zeigefingers.

  5. Di11: Erdepunkt der Dickdarmleitbahn, liegt auf dem Mittelpunkt zwischen lateralem Epikondylus des Humerus und Lu5.

Ein weiteres Tape klebte ich an der Organzone der Leber und Gallenblase, um die Organe in ihrer Funktion zu stärken und die Verdauung zu unterstützen.

Beim Taping setzte ich die Ligamenttechnik und rote Tapes ein, da es sich um chronische Beschwerden handelte. Der Zug beim Tapen sorgt für eine tonisierende Wirkung (siehe Kasten „Taping – die Grundlagen“).

Dauernadeln und Samenkörner

Zunächst setzte ich auf der rechten Körperseite jeweils ein Samenkorn auf die Akupunkturpunkte Di1, Lu8 und Lu9. An diesen Punkten lösen Dauernadeln häufig einen zu starken Schmerzreiz aus. Danach platzierte ich je eine Dauernadel auf die Akupunkturpunkte Lu1 und Di11.

Um die hypertone Ileozäkalklappe zu behandeln, brachte ich eine zusätzliche Dauernadel auf Höhe der Klappe auf. Sie liegt im letzten Drittel auf einer gedachten Linie zwischen Bauchnabel und rechter Beckenschaufel.

Dauernadeln können 7 Tage, Samenkörner 2–3 Tage auf der Haut verbleiben. Bei Kindern sollte man die Anwendungsdauer wie beim Taping halbieren.

Tapes entlang der Lungen- und Dickdarmleitbahn

Über die Dauernadeln und Samenkörner applizierte ich Tapes an den wichtigen Punkten der Lungen- und Dickdarmbahn. Ich führte die Tapes mit maximalem Zug, um eine tonisierende Wirkung zu erzeugen. Um die Basis des Tapes am Startpunkt anzukleben, löst man an der Stelle die Folie ab. Das Ende des Tapes klebt man ohne Zug auf. Nachdem das Tape angebracht ist, streicht man stets einige Male über das Tape, um es zu fixieren.

Lu1: Man schneidet ein ca. 5 cm langes und 5 cm breites Tape zu und bringt die Schulter des Patienten in die Retraktion. Dann klebt man die Basis des Tapes unterhalb von Lu1 und führt das Tape über Lu1 in Richtung Lu2.

Lu8 und Lu9: Man schneidet das Tape auf ca. 5 cm Länge und 2,5 cm Breite zu. Das Handgelenk des Patienten sollte sich in maximaler Extension (Streckung in Richtung Handrücken) befinden. Dann klebt man die Basis des Tapes unterhalb (distal) von Lu7 und führt das Tape mit maximalem Zug über Lu7 und Lu8 in Richtung Lu9 (siehe Abbildung 1).

Di1: Man schneidet ein ca. 3 cm langes und 1,5 cm breites Tape zu. Die Finger des Patienten sind in Extension (gestreckt), und das Handgelenk befindet sich in schmerzfreier Ulnarabduktion, die Hand ist also Richtung Elle abgeknickt. Man klebt die Basis des Tapes auf die radiale Nagelfalz und führt das Tape über Di1 in Richtung Di2.

Di11: Das Tape wird ca. 5 cm lang und 5 cm breit zugeschnitten. Der Patient bringt sein Ellenbogengelenk in eine 90°-Flexion. Man klebt die Basis des Tapes distal von D11, also auf der Höhe von Di10. Dann führt man das Tape über Di11 in Richtung D12.

Tape auf die Leber-Gallenblasen-Zone

Im Anschluss an die Leitbahntapes tapete ich die Leber- und Gallenblasen- Zone.

Dabei schneidet man ein ca. 10 cm langes und 5 cm breites rotes Tape zu und reißt die Folie mittig ein. Dann fixiert man das Tape mit beiden Daumen und spannt es maximal (siehe Abbildung 4). Mit diesem Zug bringt man es als Ganzes leicht unterhalb des rechten Rippenbogens auf. Das Ende des Tapes klebt man ohne Zug und streicht einige Male über das Tape, um es zu fixieren.

Darm zusätzlich unterstützen

Weitere naturheilkundliche Maßnahmen sollten den Darm – insbesondere die Darmmikrobiota – unterstützen.

Etwa 15 min vor jeder Mahlzeit sollte Laura P. 15 Tr. Amara- Tropfen (Fa. Weleda) in einem Glas Wasser einnehmen. Diese verbessern die Digestion und unterstützen die Funktion von Leber, Gallenblase und Pankreas.

Zusätzlich empfahl ich ihr, tgl. 2–3 Tassen Tee aus Löwenzahnwurzel und zerstoßenen Mariendistelfrüchten in der Mischung 1:1 (zum Beispiel in der Zieten Apotheke Berlin erhältlich) zu trinken. Hierfür 1 TL Tee mit heißem (nicht mehr kochendem) Wasser übergießen und etwa 10 min ziehen lassen.

Außerdem riet ich ihr, etwa 15 min vor dem Frühstück 1 Beutel Probiotika (Probiotik protect, Fa. Nutrimmun) in einem Glas Wasser zu lösen und zu trinken, um die Darmflora anzusäuern.

Um die zugeführten Milchsäurebakterien mittel- bis langfristig im Darm anzusiedeln, ist eine ballaststoffreiche Ernährung wichtig. Diese besteht unter anderem aus Flohsamenschalenpulver, Leinsamen und Akazienfasern. Außerdem sollte Laura P. viel grünes Gemüse zu sich nehmen und tierische, laktose-, fruktose- und inulinhaltige Lebensmittel möglichst meiden.

Darüber hinaus

Um das Immunsystem zu unterstützen und die Lymphtätigkeit anzuregen, empfahl ich Laura P., zusätzlich ein lymphunterstützendes Mittel (Lymphaden®, Fa. Hevert) einzunehmen. Hierfür: 1 × tgl. 15 Tr. in einem Glas Wasser auflösen und zwischen den Mahlzeiten trinken.

Linderung nach wenigen Wochen

Laura P. kam einmal die Woche zur Behandlung. Nach der dritten Behandlung war die Intensität ihrer Symptome wie der dumpfe Schmerz im rechten Abdomen, die Epikondylitis humeri radialis rechtsseitig und auch die chronische Rhinitis leicht verbessert. Sie schildete, dass ihr die Kombination aus Dauernadeln beziehungsweise -samenkörnern und dem Tape gut helfe. Parallel zu den Behandlungen nahm sie die empfohlenen Präparate.

Ab der vierten Woche gelang es Laura P. zunehmend, ihre Ernährungsgewohnheiten umzustellen und sich vorwiegend ballaststoffreich zu ernähren. Zusätzlich hatte sie den Leberwickel für sich entdeckt und wendete diesen regelmäßig an.

Nach etwa acht Wochen verringerte sich die Intensität der chronischen Rhinitis deutlich. Die Umstellung der Ernährung hat laut Patientin zu einer weiteren spürbaren Erleichterung geführt. Dies äußerte sich durch eine insgesamt bessere Verdauung, weniger Druckschmerz im Abdomen, gesteigerte Vitalität im Alltag und eine bessere Schlafqualität. Außerdem verbesserten sich die Muskelverhärtungen des M. pectoralis minor und major, und die Ileozäkalklappe war weniger hyperton. Auch der Tennisellenbogen trat in dieser Zeit nicht mehr auf.

Fazit

Bei einer chronischen Rhinitis ist immer an die Behandlung der Lunge, des Dickdarms, der Leber und Gallenblase, aber auch des Lymphsystems zu denken. Bei Laura P. führte die Kombination aus gezielten Tapeapplikationen, einer Ernährungsumstellung und ausgewählten Präparaten zum Erfolg. Neben dem elastischen Tape haben sich Dauernadeln und Dauerapplikationen wie Samenkörner bewährt, um Akupunkturpunkte, Schmerzpunkte, Triggerpunkte und auch Tenderpoints zu behandeln. Taping stellt somit eine wirkungsvolle Methode dar, um Leitbahnen, Organe und Strukturen in ihrer Funktion positiv zu unterstützen.

[1] Speer Ch, Gahr M. Pädiatrie. Heidelberg: Springer Verlag; 2018. S. 477

[2] Deadman P, Al-Khafaji M, Baker K. Handbuch Akupunktur. Das System der Leitbahnen und Akupunkturpunkte. Bad Kötzting: Verlag Systemische Medizin; 2012

Bianca Peters
Ergotherapeutin und Heilpraktikerin
Die Schwerpunkte in ihrer Praxis sind Darmgesundheit, Akupunktur, Phytotherapie, Schröpfen und Taping.
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