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SchlafBesser schlafen mit Ayurveda

Ghee, Schüssel weiß
robynmac/stock.adobe.com

Ghee ist ein vielseitig einsetzbares Mittel der ayurvedischen Medizin, das innerlich und äußerlich eingesetzt wird.

von Elmar Stapelfeldt

Schlaf spielt eine wichtige Rolle für die körperliche und geistige Gesundheit. Die Ayurveda-Medizin kennt wichtige Tipps und Mittel, die das Einschlafen erleichtern. 

Der Schlaf ist im Ayurveda eine der wichtigsten Möglichkeiten, innere Kraft zu regenerieren und wird deshalb als eine „Säule des Lebens“ bezeichnet. Ayurveda empfiehlt im Schnitt 8 Stunden Schlaf, bei psychischer Belastung sogar mehr. Der Zeitpunkt spielt eine wichtige Rolle.

Zeitpunkt und Dauer des Schlafs

Zwischen 18–22:00 Uhr weist die Natur sogenannte „Kapha“-Qualitäten auf, d.h. wir fühlen uns eher träge, schwer und müde. Ayurveda empfiehlt, dies zu nutzen, um in einen natürlichen tiefen Schlaf zu finden.

Um Mitternacht nehmen die „Pitta“-Qualitäten zu, d.h. man empfindet einen Energiezuwachs, was viele Menschen schätzen, um kreativ zu sein oder Genuss zu erfahren. Gemäß Ayurveda sollte man ihn aber im Schlaf nutzen, um seine Kraftreserven aufzutanken.

Mittagsruhe bzw. Minutenschlaf (max. 15 min) liefert Energie für die 2. Tageshälfte, Tagesschlaf dagegen bringt den Schlafrhythmus durcheinander.

Bei anhaltender Müdigkeit empfiehlt sich eine „Schlafkur“: 14 Tage lang um 21:00 Uhr ins Bett gehen.

Gute Bedingungen schaffen

Wichtig ist, vor dem Schlafengehen gute Bedingungen für eine erholsame Nachtruhe zu schaffen. Sport, spätes Essen, scharfe Gewürze, Genussmittel (Kaffee, schwarzer Tee), aufreibende Unterhaltungsprogramme, Computerarbeit oder hitzige Diskussionen erschweren das Einschlafen.

Empfehlenswert sind entspannende Tätigkeiten nach einem frühen Abendessen: Spaziergänge, Handarbeit, Musik, Meditation, Atemübungen; sanfte Selbstmassagen der Fußsohlen (3 min. beide Seiten) mit Ghee, evtl. anschließend ein Lavendelfußbad (5 min, nicht zu heiß).

Auch ein traditioneller „Schlummertrunk“ kann helfen: 300 ml Kuhmilch von bester Qualität aufkochen, bei Trinkwärme mit 1 TL-Spitze Kardamom-Pulver, 1 Prise Muskat und 1 TL Waldhonig würzen, evtl. 1 TL Ghee.

5 Tr. Ghee in jede Nasenöffnung appliziert zeigen gute Wirkung bei längerer Anwendung. Verstopfungsneigung durch Triphala-Pulver (3 g) oder Ölklistiere (40 ml warmes Sesamöl) zur Nacht lösen.

Bei stärkeren Beschwerden Phytotherapeutika einsetzen: Ashvagandha (Withania somnifera), Tagara (Valeriana wallichii) oder Jatamamsi (Nardostachys jatamansi) jeweils als Pulver 2–3 g mit Wasser 1–3-mal zur Nacht. Zudem sind Ölanwendungen indiziert.

Elmar Stapelfeldt
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Ernährungstherapeut und Heilpraktiker im Bereich Ayurveda-Medizin
Immanuel Krankenhaus Berlin
https://naturheilkunde.immanuel.de