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PräventionTabakentwöhnung: E-Zigaretten sind nicht geeignet

Zu großes Rückfall- und Gesundheitsrisiko: E-Zigaretten eignen sich nicht zur Tabakentwöhnung. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte und den Rauchstopp allein nicht schafft, sollte wissenschaftlich geprüfte Behandlungen in Anspruch nehmen.

Zigarette und E-Zigarette
Schlierner/stock.adobe.com

Experten raten auf E-Zigaretten zum Rauchausstieg zu verzichten und besser andere Optionen zu nutzen.

Zu großes Rückfall- und Gesundheitsrisiko: Elektronische Zigaretten eignen sich nicht zur Tabakentwöhnung. Zu diesem Ergebnis kommt das heute veröffentliche Empfehlungspapier der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), dem sich 14 weitere medizinische Fachgesellschaften und Organisationen angeschlossen haben.

„Wer entzündungsfördernde, toxische Substanzen sowie Aromen durch die E-Zigarette inhaliert, riskiert einen fortlaufenden Schaden an den Bronchien und am Lungengewebe“, sagt Prof. Wolfram Windisch.

Besonders ausstiegswillige Raucher*innen mit COPD, Asthma oder anderen Lungenerkrankungen sollten nicht auf E-Zigaretten umsteigen. Sollten Raucher*innen die E-Zigarette zum Rauchausstieg dennoch bevorzugen, sollte der Zeitraum begrenzt sein.

Welche Therapien sind wissenschaftsbasiert?

Wer den Rauchstopp allein nicht schafft, sollte sich professionelle Hilfe holen wissenschaftlich geprüfte Behandlungen in Anspruch nehmen. Dazu gehören:

  • Beratung und Begleitung durch medizinisches Personal,
  • Therapie mit Nikotinersatzpräparaten oder suchthemmenden Medikamenten.

„Die besten Erfolge zur Tabakentwöhnung sehen wir aktuell bei der Kombination aus Verhaltenstherapie und medikamentöser Unterstützung.” Neben rezeptfreien Nikotinersatzpräparaten stehen suchthemmende verschreibungspflichtige Präparate zur Verfügung.

Mehrheit der E-Zigaretten-Nutzer raucht weiter

Die Mediziner raten vom Gebrauch der E-Zigaretten ab, weil diese gesundheitsschädlich sind und von einer Mehrheit ausstiegswilliger Raucher*innen dauerhaft weiter genutzt werden. Im Unterschied dazu ist die Nikotinersatztherapie mit beispielsweise Nikotinpflastern oder der kurzzeitigen Einnahme von suchthemmenden Medikamenten zeitlich begrenzt.

Forschungsergebnisse weisen nach, dass E-Zigaretten schädigende Wirkungen auf Lunge und Herz-Kreislauf-System haben. Auch für eine krebsfördernde Wirkung gibt es Hinweise. Bisher fehlen Langzeituntersuchungen, um das Gesundheitsrisiko genauer einzuschätzen. „Zudem haben wir beobachtet, dass 60 bis 80 Prozent der Umsteiger von der Tabak- auf die E-Zigarette nebenher auch weiterhin Tabakprodukte konsumieren – gerade dieser duale Gebrauch birgt zusätzliche Gesundheitsrisiken“, sagt der Pneumologe Prof. Wulf Pankow. „E-Zigaretten haben keinen Vorteil gegenüber der Tabakentwöhnung nach medizinischen Leitlinien mit persönlicher Beratung, Telefonberatung, Gruppenkursen und medikamentöser Unterstützung.“ 

Zudem appelliert die Taskforce Tabakentwöhnung an die Gesundheitspolitik, ein Beratungsangebot für die Rauchentwöhnung flächendeckend zu verankern, das allen leicht zugänglich ist und die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Das Risiko für Raucher*innen sei gut belegt: Einer aktuellen Metaanalyse zufolge bedingt bereits der Konsum einer Zigarette am Tag ein mehr als 50 Prozent zusätzliches Risiko für ischämische Herzerkrankungen oder Schlaganfälle.

Quelle: Pressemitteilung/Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin