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ErnährungStillen, Ernährung und Allergien

Stillen zeitigt kein geringeres Allergierisiko beim Kind. Dennoch sollten Mütter in ihrem Stillwunsch bestärkt und unterstützt werden, empfiehlt die neue Leitlinie.

Mutter stillt ihr Baby
HillLander/stock.adobe.com; posed by models

Stillen lautet die erste Empfehlung für die Ernährung von Säuglingen.

Allergien bei Kindern durch Ernährung verhindern?

Die Fachgesellschaften empfehlen Muttermilch für die Ernährung von Säuglingen. Sie wirkt sich positiv auf die Gesundheit von Mutter und Kind aus. Aus den wissenschaftlichen Daten lasse sich allerdings nicht ableiten, dass Stillen zu einem geringeren Allergierisiko beim Kind führt. Dennoch sollten Mütter in ihrem Stillwunsch bestärkt und unterstützt werden.

Die neue wissenschaftliche Leitlinie Primäre Prävention von Allergien und Asthma nimmt dazu Stellung.

Stillen

Muttermilch ist die von nationalen und internationalen Fachgesellschaften empfohlene Ernährung für Säuglinge und wirkt sich positiv auf die Gesundheit von Mutter und Kind aus. Aus den wissenschaftlichen Daten lässt sich allerdings nicht ableiten, dass Stillen zu einem geringeren Risiko für Allergien beim Kind führt. Dennoch sollten Mütter in ihrem Stillwunsch bestärkt und unterstützt werden.

Es wird empfohlen, für 4-6 Monate ausschließlich zu stillen. Auch mit Einführung der Beikost soll weiter Muttermilch gegeben werden.

Meiden bestimmter Lebensmittel ohne Effekt

Stillende Mütter sollten sich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren. Das Meiden bestimmter Lebensmittel während der Stillzeit hat keinen positiven Effekt auf die Entwicklung von Allergien beim Kind. Dies gilt auch für Lebensmittel, die häufig Auslöser von Allergien sind, wie Hühnerei, Kuhmilch oder Fisch.

Hypoallergene Ernährung nicht empfohlen

Wenn die Ernährung mit Muttermilch nicht gewünscht oder möglich ist, erhält das Kind eine „normale“ Säuglings-Anfangsnahrung. Früher wurde Kindern mit Allergierisiko in diesem Fall eine „hypoallergene“ HA-Nahrung gegeben. Es gibt jedoch bislang keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass die aktuell auf dem Markt erhältlichen HA-Nahrungen zur Verhinderung des Entstehens einer Allergie geeignet sind. Sie werden deshalb nicht empfohlen.

Soja- Hafer- und andere Getreidemilch sind aufgrund ihrer Zusammensetzung kein Ersatz für Muttermilch. Auch Säuglingsnahrung auf Sojabasis oder Getreidedrinks sind nicht zur Verhinderung einer Allergieentstehung geeignet. Milchersatz auf Soja- oder Getreidebasis können als Beikost gegeben werden, eignen sich aber nicht als ausschließliche Säuglingsnahrung.

Späte Einführung bestimmter Lebensmittel nicht sinnvoll

Bei Kindern mit erhöhten Risiko für Allergien soll die Beikosteinführung nicht verzögert erfolgen. Im Gegenteil gibt es sogar Hinweise darauf, dass eine frühe Beikosteinführung (ab dem 4. Lebensmonat) auf eine Prävention von Nahrungsmittelallergien positiv wirkt.

Die frühere Empfehlung, bestimmte Nahrungsmittel, die als häufige Auslöser von Nahrungsmittelallergien gelten (z.B. Hühnerei, Kuhmilch, Erdnuss), nicht oder verzögert mit der Beikost zu geben, ist überholt. Es hat sich gezeigt, dass eine frühe Gabe von potenziellen Allergenen sogar protektiv im Sinne einer Allergieprävention ist. Nur bei Kindern mit schwerem Ekzem sollte vor der Einführung potenter Allergene eine allergologische Diagnostik erfolgen.

Quelle: Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin