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Natürlich Medizin!

Digital DetoxReduzierte Smartphone-Nutzung sorgt für mehr Wohlbefinden

Bildausschnitt mit zwei Frauenhänden, die ein Smartphone halten.
Song_about_summer/stock.adobe.

Wie viel Smartphone tut gut?

Die negativen Folgen, die wir der Nutzung des Smartphones vorwerfen, reichen von Nackenschmerzen bis Suchtverhalten. Aber wie viel Smartphone tut uns wirklich gut? Forschende der Ruhr-Universität Bochum haben dies untersucht.

Mehr als 3 Stunden täglich klebt unser Blick im Schnitt am Display des Smartphones. Wir googlen, suchen Wege, checken Mails oder das Wetter, shoppen, lesen Nachrichten, schauen Filme und tummeln uns in Sozialen Medien. Es drängt sich der Verdacht auf, dass uns das nicht nur guttut. Studien haben belegt, dass Smartphone-Nutzung mit weniger körperlicher Aktivität, Fettleibigkeit, Nackenschmerz, eingeschränkter Leistungsfähigkeit und suchtähnlichem Verhalten in Verbindung steht – um nur einige Probleme zu nennen. „Das Smartphone ist zugleich Segen und Fluch“, sagt Privatdozentin Julia Brailovskaia.

Reduktion der Displayzeit und Smartphone-Abstinenz

Sie und ihr Team wollten wissen: Wie viel Smartphone tut gut? Dazu verglichen die Forschenden, wie sich die komplette Smartphone-Abstinenz gegenüber einer Reduktion der täglichen Zeit am Display und der unbeeinflussten Weiternutzung auswirkt. Die 619 Probanden teilten sie in 3 Gruppen ein:

  • 200 Personen legten ihr Smartphone für eine Woche komplett beiseite.
  • 226 reduzierten in dieser Zeit ihre Nutzung des Geräts um täglich eine Stunde.
  • 193 Personen änderten nichts an ihrem bisherigen Verhalten.

Auswirkungen auf die Lebensgewohnheiten

Direkt im Anschluss an diese Maßnahme sowie 1 und 4 Monate später befragten die Forschenden alle Teilnehmenden mit Blick auf ihre Lebensgewohnheiten und ihr Befinden:

  • Wie viel bewegten sie sich?

  • Wie viele Zigaretten rauchten sie täglich?

  • Wie zufrieden fühlten sie sich?

  • Zeigten sie Anzeichen für Angst oder Depressivität?

„Wir konnten zeigen, dass sowohl der komplette Verzicht auf das Smartphone, aber auch die einstündige Reduktion seiner täglichen Nutzung positive Effekte auf den Lebensstil und das Wohlbefinden der Teilnehmenden hatte“, fasst Julia Brailovskaia zusammen. „In der Gruppe derer, die die Nutzung reduziert haben, hielten sich diese Effekte sogar länger und waren somit stabiler als in der Abstinenzgruppe.“

Muss das Smartphone komplett beiseite gelegt werden?

Die einwöchige Intervention änderte die Nutzungsgewohnheiten bei den Versuchspersonen langfristig. Die Ergebnisse 4 Monate nach dem Ende des Experiments zeigen:

  • Die Abstinenzgruppe nutzt ihr Smartphone durchschnittlich 38 Minuten pro Tag weniger als zuvor.

  • Die, die Nutzung um täglich eine Stunde eine Stunde reduziert hatten, nutzten es nach 4 Monaten sogar 45 Minuten weniger pro Tag als zuvor.

Zugleich stiegen die Lebenszufriedenheit sowie die Zeit körperlicher Aktivität. Depressions- und Angstsymptome sowie der Nikotinkonsum gingen zurück. „Es ist nicht nötig, komplett aufs Smartphone zu verzichten, um sich besser zu fühlen“, folgert Brailovskaia. „Möglicherweise gibt es eine optimale tägliche Nutzungsdauer.“

Quelle: Pressemitteilung/Ruhr-Universität Bochum

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