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FettleberFettlebererkrankungen nehmen immer weiter zu

Lebermodell wird von Arzthänden gehalten
natali_mis/stock.adobe.com

Die Leber ist ein regenerationsfähiges Organ. Bei einer Änderung des Lebensstils kann sich eine Fettleber zurückbilden.

Rund ein Drittel der Erwachsenen hat eine durch Fetteinlagerungen vergrößerte Leber. Die Leber ist ein sehr regenerationsfähiges Organ, sodass sich eine Fettlebererkrankung und auch eine Fettleberentzündung zurückbilden können. Vorausgesetzt Betroffene ändern ihren Lebensstil.

Der Verband für Ernährung und Diätetik e.V. (VFED) veranstaltet am 7. März 2022 den „Tag der gesunden Ernährung“ zum 25. Mal. Mit dem Thema „Ernährung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ verfolgt auch der diesjährige Aktionstag das Ziel, auf die Bedeutung einer gesunden Ernährung aufmerksam zu machen.

Zwischen Herz-Kreislauf-System und Leber bestehen enge Wechselwirkungen: Erkrankungen können schwerwiegende gegenseitige Auswirkungen zur Folge haben. Dass die moderne Lebensweise mit zu reichlichem Essen und zu wenig Bewegung nicht nur positive Auswirkungen auf das Leben und die Leber der Menschen hat, zeigen die sog. Zivilisationskrankheiten wie das „Metabolische Syndrom“. Manche Experten schätzen, dass in Deutschland über 30 Prozent an einem „Metabolischen Syndrom“ leiden, zu dem Störungen des Stoffwechsels im Rahmen der Zuckerkrankheit (Typ-2-Diabetes) sowie Übergewicht gehören und das häufig zur Einlagerung von Fett in der Leber führt. Auch Fettlebererkrankungen werden von Experten als Zivilisationskrankheit eingestuft und gelten als eine Herausforderung für das Gesundheitswesen in Deutschland.

Fettleber - Ursachen

Bei der Fettleber wird zwischen der nicht-alkoholischen Fettleber (NAFL) und der alkoholischen Fettleber (AFL) unterschieden. Oft ist es allerdings schwierig, diese Unterscheidung eindeutig zu treffen. Zu den Ursachen, die oft in Kombinationen zu einer Fettleber führen, zählen:

  • falsche Ernährung,
  • Bewegungsmangel und Übergewicht,
  • starker Alkoholkonsum,
  • Diabetes mellitus.

Rund ein Drittel der Erwachsenen hat eine durch Fetteinlagerung vergrößerte Leber. Bereits jedes dritte übergewichtige Kind hat eine Fettleber.

Fettleber - Folgen

Wird dieser erste Umbauprozess der Leber nicht aufgehalten und dauert über einen längeren Zeitraum an, können ernste gesundheitliche Probleme folgen. Der Leberspezialist Prof. Michael P. Manns erklärt:

„Während die einfache Verfettung, also beispielsweise eine NAFL noch relativ harmlos ist, liegen bei einer nicht-alkoholischen Fettleberentzündung, der sogenannten NASH (Non-alcoholic Steatohepatitis), entzündliche Veränderungen in der Leber vor. Bei einer länger anhaltenden Entzündung führt dieser Prozess zu einem Absterben der Leberzellen, welche dann durch Bindegewebe ersetzt werden (Leberfibrose). Dieser Prozess kann schließlich zu einem kompletten, bindegewebigen Umbau der Leber (Leberzirrhose) führen, wodurch die Funktion der Leber deutlich beeinträchtigt wird. Durch Laborwerte, bildgebende Verfahren wie Ultraschall und eventuell eine Leberprobe (Biopsie) können wir diese Stadien unterscheiden. Es ist zu beachten, dass bei einer Fettlebererkrankung das Risiko für die Entwicklung eines Leberzellkrebses (HCC) deutlich erhöht ist. Während sich bei den meisten Lebererkrankungen ein HCC aus der Leberzirrhose entwickelt, muss dies bei der Fettleber nicht der Fall sein. Bei fast 50 Prozent der fettleberbedingten Krebsfälle litten die Patienten vorher offensichtlich nicht an einer Leberzirrhose, sondern lediglich an einer NASH.“

Die NASH wird von Experten als sogenannte Indikator-Erkrankung eingestuft: Man stirbt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, wenn man eine Fettleber-Entzündung hat. Diese kann somit als ein Hinweis für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung gesehen werden. Es gibt bislang keine zugelassenen Medikamente für die Diagnose nicht-alkoholische Fettleber.

Fettleber - Therapie

Die Therapie zielt in erster Linie auf eine Lebensstiländerung mit mehr Bewegung und einer Ernährungsumstellung.

Die Leber ist ein sehr regenerationsfähiges Organ: Eine Fettleber, auch eine Fettleberentzündung, kann sich zurückbilden – vorausgesetzt, die Betroffenen ändern ihren Lebensstil. Abhängig von der Ursache der Fettlebererkrankung umfasst der veränderte Lebensstil

  • kontrollierte Gewichtsreduktion,
  • Ernährungsumstellung,
  • mehr Bewegung und
  • Alkoholverzicht.

„Mit der Fokussierung des diesjährigen Tages der gesunden Ernährung auf das relevante Thema Herz-Kreislauferkrankungen und den damit in Zusammenhang stehenden Erkrankungen ergänzt der Aktionstag das Engagement der Deutschen Leberstiftung bei der Aufklärung über vermeidbare Lebererkrankungen. Wie eine aktuelle Studie belegt, hat die Leberzirrhose von allen chronischen Krankheiten, die in Deutschland die Einweisung in ein Krankenhaus erfordern, die höchste Mortalitätsrate. Die Häufigkeit von Zirrhosen, die durch eine NAFL bedingt sind, hat sich von 2005 bis 2018 vervierfacht und geht einher mit dem Anstieg von Patienten mit Adipositas, also krankhaftem Übergewicht. Die Gesundheitspolitik ist gefordert, verstärkt Aufklärungskampagnen über die Gefahren von ungesunder Ernährung und mangelnder Bewegung zu initiieren. Außerdem müssen intensive Forschungen vorangetrieben werden, um die Ursachen, Risikofaktoren und mögliche Diagnosen und Therapieansätze der Fettlebererkrankung und resultierende Schädigungen anderer Organsysteme zu analysieren“, betont Prof. Manns.

Quelle: Pressemitteilung/Deutsche Leberstiftung

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