Georg Thieme Verlag KG
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DiabetesStudie: Hafer senkt Blutzucker bei Gestationsdiabetes

Weckglas mit Haferflocken, Schale mit Obst und Haferflocken
S. Bütow/Thieme

Die im Hafer enthaltenen Beta-Glucane wirken blutzuckerregulierend.

Eine neue Studie zeigt, dass Hafer nicht nur bei Typ-2-Diabetes, sondern auch bei Schwangerschaftsdiabetes den Blutzucker signifikant senken kann.

Ein Schwangerschaftsdiabetes birgt Risiken für Mutter und Kind, z.B. ein erhöhtes Komplikationsrisiko bei der Geburt, aber auch ein höheres Risiko für die Mutter, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Die positive Wirkung von Hafer auf Cholesterin- und Blutzuckerspiegel ist durch Studien belegt. Zahlreiche diabetologische Praxen setzen bei Ihren Patient*innen Hafertage als diätetische Kurzzeittherapie ein, um die Insulinresistenz zu durchbrechen.

In einer randomisierten kontrollierten Studie der Universität Ahvaz (Iran) wurde geprüft, wie sich die Gabe von Haferkleie zusätzlich zu einer Diät bei Gestationsdiabetes auswirkt. 104 Frauen, die an einem Schwangerschaftsdiabetes litten, nahmen an der Studie teil. Sie wurden per Zufallsprinzip der Interventions- bzw. der Kontrollgruppe zugeteilt. Die Interventionsgruppe erhielt zusätzlich zur Diät 4 Wochen lang täglich 30 g Haferkleie zum Mittag- und Abendessen.

Vor Studienbeginn sowie 2 und 4 Wochen nach Beginn der Intervention wurden Nüchternblutzucker und postprandialer Blutzucker (2 Stunden nach dem Frühstück) bestimmt.

Ergebnisse

Zu Studienbeginn zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Der Nüchternblutzucker und die postprandialen Blutzuckerwerte waren nach 2 und 4 Wochen signifikant niedriger in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe:

  • Bei der Haferkleie-Gruppe sank der Nüchternblutzucker nach 4 Wochen um 19,2 Prozent (von 104,69 auf 84,59), während er bei der Kontrollgruppe ohne Hafer um 12,2 Prozent (von 105,68 auf 92,77) sank.
  • Der postprandiale Blutglukosewert, zwei Stunden nach der Mahlzeit, lag bei der Haferkleie-Gruppe vier Wochen nach Interventionsbeginn um 33,4 Prozent unter dem Ausgangswert (von 156,21 auf 104,04), bei der Kontrollgruppe um 25,5 Prozent darunter (von 157,68 auf 117,49).
  • Der stärkere Effekt zeigte sich bereits nach zwei Wochen: Bei den Haferkleie-Probandinnen war der Nüchternblutzucker nach zwei Wochen um 15,5 Prozent gesunken (von 104,69 auf 88,49), in den darauffolgenden zwei Wochen sank er dann um 4,4 Prozent (auf 84,59).

Fazit

Die Studienautor*innen schlussfolgern, dass die Haferkleie eine Senkung des Blutzuckerspiegels bei Gestationsdiabetes bewirkt und eine sichere Option darstellt. Allerdings sollten weitere Studien mit größeren Patient*innenzahlen und längerer Dauer die Wirksamkeit dieser diätetischen Intervention validieren.

Quelle: Pressemitteilung/VGMS/Ni

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