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AdipositasFettleibigkeit fördert Blutgefäßpathologien auf molekularer Ebene

Adipositas führt zu Fehlfunktionen der Blutgefäße und treibt die Entstehung verschiedener Krankheiten auf molekularer Ebene an, so eine neue Studie.

Illustration von Blutgefäßen auf blauem Hintergrund.
Design Cells/stock.adobe.com

Eine gesunde Ernährung kann die molekulare Gesundheit der Blutgefäße nur teils wieder verbessern.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat die Anzahl an Adipositaserkrankten immer mehr zugenommen und ist heute eine der häufigsten Todesursachen weltweit – 650 Millionen Erwachsene werden als fettleibig eingestuft. Die Hauptursachen: veränderte Ernährungsgewohnheiten und Lebensstile. Doch wie beeinflussen schlechte Essgewohnheiten unsere Blutgefäße? Ein Forschungsteam unter der Leitung von Bilal Sheikh vom Helmholtz-Institut für Stoffwechsel-, Adipositas- und Gefäßforschung (HI-MAG) des Helmholtz Munich und der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig hat untersucht, wie sich Adipositas auf die molekulare Struktur der Blutgefäße auswirkt.

Das Forschungsteam fand heraus, dass sich Stoffwechselkrankheiten auf einzigartige Weise auf die Blutgefäße in verschiedenen Organen unseres Körpers auswirken: So haben beispielsweise die Blutgefäße in der Leber und im Fettgewebe Schwierigkeiten, die überschüssigen Fette zu verarbeiten, die Nierengefäße entwickeln eine Stoffwechselstörung, die Lungengefäße werden hochgradig entzündlich, und der Transport in den Hirngefäßen ist gestört.

„Da die Fehlfunktion von Blutgefäßen alle wichtigen Pathologien – von Herzversagen über Atherosklerose, bis hin zur Neurodegeneration – antreibt, zeigt unsere Forschung, wie schlechte Essgewohnheiten die Entwicklung verschiedener Krankheiten auf molekularer Ebene fördern“, erklärt Dr. Olga Bondereva, die Erstautorin dieser Studie. „Wir wollen molekulare Mechanismen der Adipositas aufklären, um Betroffenen künftig maßgeschneiderte Therapien anbieten zu können“, ergänzt HI-MAG-Direktor Dr. Matthias Blüher.

Die Forscher*innen fragten sich dann, ob eine gesunde Ernährung die krankheitsverursachenden molekularen Signaturen, die durch eine schlechte Ernährung hervorgerufen werden, reduzieren kann.

Ihre Ergebnisse zeigen: Eine gesunde Ernährung kann tatsächlich die molekulare Gesundheit der Blutgefäße verbessern, allerdings nur teilweise. In den Experimenten erholten sich zum Beispiel die Blutgefäße in der Leber fast vollständig, aber die Blutgefäße in den Nieren behielten die Krankheitssignatur bei, trotz gesunder Ernährung und erheblicher Gewichtsabnahme.

Das Forschungsprojekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Freistaat Sachsen und Helmholz Munich gefördert.

Quelle: Pressemitteilung/Universität Leipzig